Dachboden.

Ich habe es niemandem gesagt, sagte sie lächelnd und strich eine verlorene Strähne Silber aus ihrem Gesicht.
Ich behalte überhaupt gern alles für mich, sprach sie und öffnete mit blassen, doch langen Fingern, die niemals Klavier gespielt hatten, eine hölzerne Truhe in ihrem Schoß.
Manchmal (ein Blick wie Wasser) erscheinen ungesprochene Worte wie Edelsteine, Diamanten in meiner Hand, von Zwergen geborgen und von Elfen großgezogen, bis sie zu groß für Kinderbetten sind. Hinaus wachsen sie, in das, was sie Leben nennen und es umso mehr verachten, je näher sie ihm kommen, je stärker es seinen Duft in ihre Gesichter haucht.
Es war feucht auf dem Dachboden und ihr Haar glitzerte, als sei es gefroren. Ich zweifelte leise an ihren Lippen, an ihren Augen, an ihrem Gesicht. Still strich ich über diese blassen Hände, über Fingerkuppen aus Horn, sogar ihren Ellenbogen berührte ich leicht und senkte bekümmert den Blick.

Nahe der Eisenbahnstrecke lagen silberne Haare im Gras. Es war kalt, als sie die hölzerne Truhe aus dem Wasser bargen. Es war schon dunkel, als sie auf dem Dachboden gefunden wurde, ihr Haar wie Eiskristalle und ihre Finger wie blasse Knochen, mit denen man die Zukunft voraussagen konnte.
Als die Sonne aufging, legte ich mich auf ein weißes Laken und stellte mich tot.