Der Maler.

Plötzlich getrieben von der Sehnsucht nach Arbeit, nach Werk und Erschaffen, stellt der Maler sich bebend in sein Atelier.
Er nässt den Pinsel, rührt besessene Farbe, bereitet eine Ausstellung vor, Termin unbekannt, aber nicht mehr ans Telefon gehen, nicht reden. Bilder reifen in den stillen Abgründen der Seele. Edgar Ende reicht dem Schlittschuhläufer seine Hand, es ist schon spät, dunkel steht der Himmel am Firmament.
Der Maler malt.
Nachts sind alle Katzen schimmerndes Wissen, der Maler hält sich an die Büsche und die Schatten an den Häuserwänden. Ein Ruf könnte jetzt zerstören. Weißes Sternenlicht verschwimmt in galaktischen Nebeln, schmeichelt sich üppig um Orion, Atem wird zu dunstigem Hauch, es ist kalt im Atelier. Wagemutig balanciert der Künstler auf der Leinwand, schemenhaft blitzt sein Auge auf, nichts Erkennbares, nichts für den Tag; Ausstellung nachts.
Kreisförmig winden sich Schlangen um Sonnen, Kriechtiere lachen mit hohlem Zahn, wabernd taucht der Rock des Apollos auf, es wird Morgen. Der Maler sehnt sich nach Kaffee und dem Duft einer Frau, nach schwindendem schalen Geschmack und trockener Farbe. Leinwände lassen sich lesen, sie liegen am Boden, sind stolz und verwirrend wie die Nebel am Morgen dicht über den Feldern, wenn der Maler nach Hause streift. Zahllose Wolken zählen blaue Lücken am Himmel, der Wein rebt an den Hängen, hält die Spinnweben und die Bären aus den Wäldern, deren Tatzen schon die ersten Blätter teilen. Edgar Ende hebt den Schlittschuhläufer gen Himmel, es ist heller Tag, Licht drängt leise durch die Ölfarben. Der Maler raucht taubstumm, nicht mehr die Tür öffnen, nicht hören, dass die Straße brennt. Hand auf Leinwand, Rot-Weiß an den Fingern, Wahrheit malt mit warmen Fingern Zeichen auf seine Brust. Im Fenster spiegeln Wolken eine neue Realität. Der Maler setzt erneut den Pinsel an, rotes Element, braunes Element, düster steht der Mond am Himmel und ergreift die Sonne, es wird später, es wird röter. Erinnert an das wahre Erleben, sinken alle Farben auf den Grund des Seins. Edgar Ende fängt den fallenden Schlittschuhläufer zu spät. Werk vollendet.