Paradies.

Es gibt ein Paradies.
Es ist versteckt und nur wenige dürfen hinein. Eine kleine, bunte Welt mit schwarzweißen Lichtern am Horizont.
Es gibt eine grüne Lagune mit blauem Wasser, das so tief ist, dass man niemals stehen kann, aber dennoch immer den Boden sieht.
Hinter schweren, tiefgrünen Blättern öffnet sich manchmal ein Tor. Ein kleines Tor, es ist kaum zu sehen; um hindurch zu schlüpfen, benötigt man eine geheime Formel, mit der man sich klein machen kann. Man muss so klein sein wie eine Raupe, denn das Tor ist nur ein Spalt in der Wand, ein Löchlein, durch das manchmal ein rotgelbes Licht fällt. Manchmal.
Es gibt ein Heiligtum. Es liegt hinter dünnen Brettern, die sich im Wind wiegen, aber niemals zerbrechen. Das Heiligtum ist nicht religiös. Es ist einfach nur da. In stillen Nächten lockt es mit Gesang, mit einer klaren, süßen Stimme, die verzaubert und erweckt. Es möchte nicht geliebt werden. Es möchte einfach nur erkannt sein. Wissen, dass es existiert, nicht nur in seinen eigenen Gedanken und in den wundersamen Geschichten, die es sich selbst erzählt, sondern auch in den Augen, Ohren, Nasen und Händen anderer. Wer auch immer diese anderen sein mögen.
Es gibt einen Schlüssel. Er ist alt und verrostet, klein und unscheinbar. Er wird nicht gewählt am Schlüsselbrett des Moments, in dem Entscheidungen getroffen werden, die entscheidend sind. Er hängt einsam an seinem Brett und lächelt vor sich hin, weil er nicht weiß, wie er die Mundwinkel nach unten ziehen soll, weil er nicht ahnt, dass es etwas anderes als ein gebirgsbachklares Lächeln überhaupt geben könnte. Das Schlüsselbrett hat drei Haken und nur zwei Schlüssel.

~ Und wir lernen. Wir werden lernen. Und wir verstehen. Wir werden verstehen. Und wir werden eintreten. ~

Es gibt mich. Hinter kleinen Türen, in dunklen Spalten in den weißen Wänden ihrer Städte.
Es gibt mich. Verborgen in den warmen Schatten der Wälder ihrer Kindheit.
Es gibt ein Paradies.
Es gibt ein Paradies ...