Parallel.

Wenn die Dinge parallel werden, weißt du wo du stehst. Dann wirst du erfahren, wo du herkommst, und warum alle Worte dir schon lang gesprochen erscheinen.

Ich habe nicht gesehen, wo der Eingang zum Paradies ist, weil ich niemals von außen darauf geschaut habe. Ich weiß, dass ich nicht ankommen werde, weil es kein reales Ziel gibt. Ich kenne die Kreise, die alle Dinge hier zu ziehen scheinen. Kreist auf meinem Körper, Kreise, und seht, was übrig bleibt. Die Milch in meiner Tasse Tee am Morgen, mein schwebendes Haar, das ich sehnsüchtig von meinem Balkon werfe, die kleinen, kanuförmigen Samen des Ahorns, die er mir wie zarte Botschaften entgegen wirft, wenn ich die Straße entlanggehe.
Auf der Zielgeraden, die ich in den letzten Jahren gegangen bin, steht heute eine Fabrik, die Träume produziert und sich nicht von der Umgebung unterscheiden lässt, wenn man nicht an die Wände klopft und die geheime Kordel zieht, die den Vorhang hebt. Der Zufall nahm mich an die Hand und ließ mich blind schweigend an ihre Wand stoßen.
Jetzt weiß der Himmel endlich, welche Farbe er tragen soll und zu welchem Fest er eingeladen ist. Und ich wähle ein Kleid aus Sternen, um ihm zu gefallen.
Der Schlaf legt sich über diese Stadt, vielleicht dieses Land, und lädt auch mich in seine Arme ein. Leise muss ich schlafen, um mich selbst nicht zu wecken. Ich lege für eine Nacht die Schatten ab, die ich unter meinem Sternenkleid trage und folge einem stillen Ruf in einem dunklen Wald ein Schlupfloch, für Monster und Dämonen
Ich betrachte mich im Spiegel und nichts an mir ist symmetrisch. Und je mehr ich mich bemühe, parallel zu werden, desto stärker geraten meine Atome durcheinander, desto verschobener erscheint meine Reflexion in diesem Spiegel, der sich in kalter Nacht über mein Leben neigte, heimlich, verschwiegen und unantastbar. Die Facetten meines Gesichts, meines Seins, werden wie in einem Kaleidoskop zertrennt und werfen sich Millionenmal auf mich zurück, wie ich hier auf der anderen Seite stehe und über das schillernde Wasser blicke, zum anderen Ufer, das unerreichbar in grüne Farbe getaucht ist.
Die Spitze meiner Zehen lässt kleine Kreise über das Wasser wandern. Während ich nackt und unberührt in den See hinabsteige, beginnen sie auf meinem Körper zu kreisen und verschmelzen schmeichelnd schweigend mit mir.

Wenn die Dinge parallel werden, steigt feuchte Flut über deinem Kopf auf.
Jetzt erst wird mir klar, warum alle Worte mir schon lange gesprochen erscheinen ...