Verwandlung.

Ihr langes Haar verschwand. Alles was sie war, löste sich im warmen Nebel ihrer Fantasie und verschmolz zu neuem Sein. Ihre Weiblichkeit wurde zu Härte, alle mütterliche Wärme wich aus ihrem Schoß. Sie blickte auf die Hände, die sich auf dem Tisch zur Ruhe gelegt hatten und nicht mehr an ihr Gestern erinnerten. Schmale Schultern schrumpften unter fremder, einflussreicher Kraft und türmten sich neu auf. Eben noch war sie weiche Stille gewesen, jetzt hatte kraftvolle Ruhe den Platz eingenommen.

Nichts verhieß noch Vergangenheit.

Sie bewegte sich nicht, atmete so flach wie möglich, vergessen und doch noch einmal zurückschauen, mit letzter Energie, die von neuer Dynamik verschlungen wurde. Schroff setzten Bartstoppeln sich durch, ließen kleine Öffnungen in ihrem Gesicht zurück. Wandelten sie. Ihre Entschlossenheit ebnete den Weg für transformierende Wogen, ein starker Ozean, schwingend, rauschend, voll frischem Leben. Gerade noch war sie eine zarte Muse gewesen, doch jetzt war sie starker Dichter. Vor einem Moment noch war sie schwache Spaziergängerin gewesen, doch jetzt war sie kraftvoller Athlet.

Er hob die Hände vom Tisch und griff zu seinem Stift, der in der Sonne zu einem kräftigen Brennstab geworden war.

Nichts war mehr Vergangenheit.